Kintsugi

Die Schönheit des Nicht-Perfekt-Seins

Kintsugi ist eine japanische Reparaturtechnik, bei der man Porzellan oder Keramik mit einer aufwendigen Veredelungen wie z.B. Gold repariert hat. Diese Kunst kommt aus dem 16. Jahrhundert der Zeit der Wabi-Sabi Ästhetik und des Zen-Buddhismus in Japan.

Die sorgsam und mit Gold im aufwendigen Prozess zusammengesetzten Bruchstücke erhalten eine neue Erscheinung, die geprägt ist von Akzeptanz und Wertschätzung. Der Wert des gesamten Stückes geht dabei nicht verloren, denn es erhält eine neue Stabilität und die ursprüngliche Funktion wieder zurück sowie einen neuen Wert durch das Gold, welches die Brüche sichtbar macht.

Damals wie noch heute wird Kintsugi oft als Metapher für Entwicklung, Resilienz und Selbstmitgefühl verwendet:

Unsere Person mit all ihren bisherigen Lebenserfahrungen besteht aus Fragmenten unserer Biographie und ist selten perfekt oder vollständig. Wie wir die Verbindung der Fragmente betrachten oder gestalten, können wir selber beeinflussen. Dahinter liegt meist eine bewusste Entscheidung, uns den Fragmenten liebevoll und achtsam zuzuwenden. Die Fragmente erhalten dadurch einen neuen Sinn und geben uns Stärke. Diese Erkenntnis, unsere bisherigen Erfahrungen sowie die Achtsamkeit im Hier und Jetzt stellen eine grosse Ressource (Resilienz) für die Zukunft dar. Denn aus dieser neuen Stärke und den gewonnenen Ressourcen können wir schöpfen, wenn wir neuen Herausforderungen begegnen. Aus diesem Grund darf diese einzigartige Stärke nach Aussen getragen werden, denn sie kann uns in einer Situation, die aussichtslos (oder eben “zerbrochen”) erscheint, mit neuen Perspektiven oder Sichtweisen zu neuen Möglichkeiten führen.